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Vor zwei Jahren knackte die Föderale Gerichtspolizei (FGP) Antwerpen mit ausländischer Hilfe verschlüsselte Telefone, die mit der App Sky ECC ausgestattet waren. Eine Menge Drogenkrimineller machten hiervon offenbar Gebrauch. Dank der Entschlüsselung der Codes konnten die Ermittler Milliarden von Nachrichten lesen, was ihnen einen Einblick in die Funktionsweise des weltweiten Drogenmilieus verschaffte.

 

 

Mit dieser neuen Kenntnis könnte der Kampf gegen die Drogenkriminalität verstärkt werden. So starteten die FGP, der Zoll und die Staatsanwaltschaften Antwerpen und Ostflandern zwischen dem 14. März und dem 11. April 2021 einen einzigartigen Einsatz im Hafen von Antwerpen unter dem Namen „Skywalker“.

Die Kollegen des Fahndungsdienstes Antwerpen übernahmen während dieses Einsatzes die Führung, da sie in engem Kontakt mit der FGP und der Staatsanwaltschaft stehen. Aber auch die Teams Bewachung, Rummage, Hafenbrigade zusammen mit den Hundeteams und Scandiensten waren daran beteiligt.

Dabei wurden sie von bewaffneten Kollegen aus verschiedenen Kontrolldiensten des Landes unterstützt.

 

Rund um die Uhr beteiligten sich all diese Kollegen mit Begeisterung. Die Überprüfung richtete sich gegen einige Schiffe, die den Antwerpener Hafen anliefen und es war beabsichtigt, bestimmte Risikocontainer unmittelbar nach dem Entladen auf dem Containerterminal abzufangen. Sie wurden dann bewacht, vor Ort kontrolliert und/oder zum Scanner und/oder zur Überprüfungsstelle begleitet. Dort standen Teams bereit, um die Container einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen. Selbst die Vernichtung haben Kollegen beaufsichtigt. Das Rummage-Team leistete Beihilfe, wenn es für notwendig erachtet wurde, dass ein bestimmter Container schon vor dem Entladen an Bord des Schiffes bewacht werden musste.

 

 

 

54,5 Tonnen während der ersten 5 Monate


Die Tatsache, dass wir in nur 5 Monaten 54,5 Tonnen Kokain im Hafen von Antwerpen in Beschlag nehmen konnten, ist unter anderem auf die Entschlüsselung der Nachrichten und die gezielte Operation Skywalker zurückzuführen. So wurde beispielsweise zwischen dem 2. und 3. April eine Menge von 10.964 kg Kokain in einem Container gefunden, der mit Paketen mit blauem Leder gefüllt war.

Beeindruckt

Unser Generalverwalter war sehr erfreut über den enormen Einsatz, den unsere Zollbediensteten bei diesen Einsätzen gezeigt haben, wie aus der Nachricht im Intranet (nur für aktive Mitarbeiter zugänglich) hervorgeht.
Auch unsere anderen Partner (FGP und Staatsanwaltschaft) waren beeindruckt von unserem schnellen Handeln und dankbar für die unternommenen Anstrengungen der GVZ&A.

Vorläufige Schlussfolgerungen

Es ist offensichtlich, dass der Kampf gegen die Drogenkriminalität stets intensiver wird und mehr Mittel erfordert. Unsere Politiker denken über einen weiteren Ausbau der bewaffneten Dienste nach und es gibt auch das Projekt 100 % Scannen, bei dem die Scannkapazität schrittweise erhöht werden soll.
Um diese gigantische Operation sachkundig durchführen zu können, war die Hilfe von bewaffneten Zollbediensteten aus den übrigen 6 Regionen unerlässlich. Motivierte Freiwillige meldeten sich einer nach dem anderen beim SPOC ihrer Region an, der die Namen an den Koordinator des Dienstes Operationen in der Brüsseler Zentrale weiterleitete. Gemeinsam mit dem leitenden Angestellten des Bewachungsdienstes Antwerpen wurden die Teams koordiniert.
FREIWILLIGE HILFE
Das Bewachungsteam Antwerpen hat sich sehr gut um seine Kollegen gekümmert: Jeder erhielt im Vorfeld ein kurzes Briefing, bei dem besonders auf die Sicherheit geachtet wurde. Schließlich hatten die meisten von ihnen noch nie auf einem Containerterminal gearbeitet, was an sich schon sehr risikoreich ist, wegen der umherfahrenden Portalstapler. Für die französischsprachigen Kollegen wurden die Anweisungen sogar in ihrer Muttersprache gegeben.
Auch dem Wohlergehen der zu Hilfe kommenden Kollegen wurde die nötige Aufmerksamkeit gewidmet: keine Feldbetten zum Ausruhen, sondern auf Wunsch ein eigenes Hotelzimmer und belegte Brötchen mit Kaffee oder Tee während des Dienstes.
Das hielt diese Kollegen jedoch nicht davon ab, in jeder Schicht vollen Einsatz zu zeigen. Zunächst mag der Auftrag spektakulär geklungen haben, in Wirklichkeit mussten sie vor allem eine stundenlange Überwachung unter riskanten Bedingungen ausüben.

 

 

 

Natürlich hat die FGP auch nach dieser Zeit noch alle Hände voll zu tun, um die Millionen abgefangener Nachrichten weiter zu entschlüsseln. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass oft in einer verschlüsselten Sprache gesprochen wurde und es können auch irreführende Nachrichten dazwischen sein, um Menschen auf eine falsche Fährte zu locken.

„Skywalker“ war eindeutig ein sehr arbeitsintensiver Einsatz, der viel Kapazität erforderte. Wir verfügen über zu wenig Personal, um diese Art Einsätze kontinuierlich ausführen zu können. Dennoch wird unsere Verwaltung der FGP und der Staatsanwaltschaft weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Befugnisse ihre Unterstützung anbieten. Selbstverständlich auch außerhalb des Antwerpener Hafens, wenn dies notwendig sein sollte.

03.11.2021   •   Text:  AVP   •   Übersetzung: Viviane Mertes   •   Lay-out: Ilse De Witte   •   Mit herzlichem Dank an die Generalberaterin und regionale Zentrumsdirektorin Antwerpen Sabine De Schrijver sowie die Beraterin Ilse Eelen für ihre Hilfe bei der Verwirklichung dieses Artikels.

OPERATION SKYWALKER

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OPERATION SKYWALKER
ENTSCHLÛSSELUNG GEHT WEITER

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