LAWFUL WOLVES LE MC

Die Kollegen Jürgen Davids und Benjamin Komac gründeten vor zwei Jahren, zusammen mit einer Gruppe von Freunden und Kollegen, einen Motorradclub namens „Lawful Wolves LE MC“. Sie hatten dafür ihre eigenen Beweggründe. Aber das erzählen die beiden am besten selbst ...

Jürgen: „Hallo, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein Name ist Jürgen Davids und ich arbeite beim Sicherheitsdienst in Antwerpen, besser bekannt als EMT 9. Links auf dem Foto sehen Sie unseren Kollegen Benjamin Komac, der auch beim Sicherheitsdienst beschäftigt ist, allerdings am Flughafen Zaventem. Wir kommen beide vom Föderalen Öffentlichen Dienst Justiz
und wollten nicht länger als Gefängniswärter arbeiten. Ich finde es beispielsweise viel schöner, auf eine positive Art und Weise einen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können.“

Benjamin: „Tatsächlich haben wir den Wechsel zur Generalverwaltung Zoll und Akzisen sicher nicht bereut. Wir waren es beide leid, wörtlich und im übertragenen Sinne ‚eingesperrt‘ zu sein. Zudem bot der Job wenig Perspektive. Das ist bei dieser Verwaltung ganz anders: Die Vielfalt an Aufgaben ist groß, es besteht die Möglichkeit, den Standort zu wechseln, und es gibt Aufstiegsmöglichkeiten.
Und last, but not least: Auch der Lohn ist besser! (lächelt)“

Benjamin und Jürgen

Jürgen: „Gemeinsam sind wir Mitbegründer und Mitglieder eines Motorradclubs, den wir im Jahr 2020 aus der Taufe hoben. Wir hatten unsere eigenen Vorstellungen, wie wir ihn führen wollten.
Der Name ‚Lawful Wolves LE MC‘, den wir unserer Freundesgruppe gaben, ist Programm: ‚Lawful‘ steht für die Tatsache, dass alle Mitglieder als Ordnungshüter u. a. bei der Justiz, der Polizei, dem Zoll und der Armee beschäftigt sind. Aber auch Kollegen von Rettungsdiensten zusammen mit ihren Familien sind darunter. Wir wollen die Normen, die wir in unserem Arbeitsumfeld befolgen, auch außerhalb dieses Umfelds respektieren.
Der zweite Teil des Namens ist ‚Wolves‘, denn genau wie Wölfe in einem Rudel wollen wir in guten und in schlechten Zeiten füreinander da sein.“

BRÜDER- UND SCHWESTERLICHKEIT
Benjamin: „Ja, in unserem Club legen wir Wert auf Loyalität, Respekt vor den Mitmenschen und Brüderlichkeit.  Es gibt interne Regeln, die befolgt werden müssen, aber wir sind in erster Linie ein Freundesclub.

Wir genießen das Motorradfahren an sich und das regelmäßige Zusammensein mit Freunden und Familie während unserer Ausflüge und Urlaube in gegenseitiger Kameradschaft. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass weibliche Motorradfahrerinnen bei uns willkommen sind (auch als Vollmitglieder), was in vielen anderen Clubs nicht der Fall ist."

Jürgen
: „Wir feiern viel und gerne, aber wir können uns auch aufeinander verlassen, wenn es mal nicht so gut läuft. So haben wir beispielsweise eine Gedenktafel an den Ort gelegt, an dem eines unserer Mitglieder leider tödlich verunglückt ist, und organisieren dort jährlich eine Gedenkveranstaltung.

Wir arbeiten auch für den guten Zweck oder gründen eigene Initiativen.
So hatten wir mit Freunden aus England die Idee, Tausende von Kerzen auf den Gräbern der Gefallenen beider Weltkriege anzuzünden.
In der Vergangenheit haben wir uns mit mehreren Clubs in Ypern getroffen, um den ‚Last Post‘ zu hören, und nahmen während der Zeremonie am ‚Laying of Wreath‘ (Niederlegung eines Blumenkranzes) am ‚Menenpoort‘ teil".
Diesen Sommer coronasicher zu Gast in Slowenien mit Mitgliedern und deren Familien

SERGEANT AT ARMS
Benjamin: „Weil das gegenseitige Gefühl der Brüder- und Schwesterlichkeit in unserem Club einen so hohen Stellenwert hat, nehmen wir uns für die Aufnahme neuer Mitglieder anderthalb Jahre Zeit. Diese Zeit braucht es, um eine Antwort zu finden auf die Frage: ‚Fühle ich mich in diesem Club wohl?‘ Aber auch die übrigen Mitglieder müssen davon überzeugt sein, dass die Person in den Club passt. Eine regelmäßige Anwesenheit bei den Treffen ist daher eine Voraussetzung.“

Jürgen: „Wir sind ein demokratischer Club, in dem jeder ein Mitspracherecht hat, wie der Club geführt werden soll. Ich selbst bin auf diese Weise zum Präsidenten gewählt worden und Benjamin ist ‚Sergeant at Arms', sozusagen meine rechte Hand. Er achtet darauf, dass unsere internen Vereinbarungen hinsichtlich Verhalten und Ausstrahlung eingehalten werden und dass alles sicher abläuft. In unserem Club geht Qualität vor Quantität.“

Patch: Sergeant at arms oder der Vertreter des Vereins
AUSTRAHLUNG
Jürgen: „So wie wir im Korps, dem wir angehören, eine Uniform tragen, um zu zeigen, wofür wir stehen, haben wir auch in unserem Club eine Kleiderordnung. Die Farben unseres Patches sind schwarz, weiß und blau, um die dünne blaue Linie der Strafverfolgung darzustellen. Die graue Linie steht für unsere Geschichte sowie die Mitbegründer aus der Justiz.
Die Patches, die auf der Vorderseite der Lederweste angebracht werden können, sind:
- die belgische Flagge

- der ‚Road Name‘ (,Junner‘ auf diesem Foto), den man nach der Probezeit von 1,5 Jahren vom Club erhält. Jemand, der in dieser Zeit einen denkwürdigen Auftritt hinlegt, wird sehr wahrscheinlich einen Namen erhalten, der daran angelehnt ist.

- Das Alpha-Symbol zeigt an, dass wir das Gründungs-Chapter (Chapter sind Gruppen/Ortsgruppen) sind, zusammen mit dem Namen der Vereinigung
- Als ‚Hangaround‘ erhalten Sie nach 6 Monaten den ‚Prospect‘-Patch, der schließlich durch den ‚Full Member‘-Patch ersetzt wird.

Wenn Sie durch eine Wahl zum Leiter ernannt werden, wird dieser Patch durch einen ‚Offizier‘-Patch ersetzt (,President‘ -Patch auf dem Foto ganz rechts).“

UNSERE VISION IN DIE WELT TRAGEN
Benjamin: „Eines unserer Ziele ist es, uns einen Namen zu machen. So hat Jürgen Ende letzten Jahres in einer amerikanischen Radiosendung speziell für Polizeidienste ein Interview gegeben.
In Europa sind wir derzeit in der Welt des ‚Law Enforcement‘ bekannt, aber wir möchten unsere Vision gerne in weitere Länder hinaustragen. Daher hoffen wir, dass sich weitere Chapter unsere Ideologie der Ordnungshüter zu eigen machen, aber auch, dass diese durch die Kleidung und die darauf gesteckten Abzeichen einheitlich zum Ausdruck kommt.“

Jürgen: Wir bemühen uns, weltweit Mitglieder zu gewinnen, die dem Namen ‚Lawful Wolves‘ würdig sind oder die auf positive Art und Weise einen Unterschied in der Gesellschaft machen wollen.

Wir möchten mit einem Motto schließen, nach dem wir leben:
When in doubt, throttle it out. It may not improve the situation, but it will end the suspense.*
*„Wenn du ein Problem hast, werde aktiv. Das macht die Sache vielleicht nicht besser, löst aber die Anspannung.“
Benjamin und Jürgen
Diesen Sommer coronasicher zu Gast in Slowenien mit Mitgliedern und deren Familien
Patch: Sergeant at arms oder der Vertreter des Vereins
07.04.2022   •   Text und Layout: A.V.P.   •   Bilder: Bruno Kayaert und Jürgen Davids   •   Übersetzung: Übersetzungsdienst FOD Finanzen