Fons Versweyveld und seine liebe Frau Maria
Im Februar 1978 begann ich als Sachbearbeiter bei der Zoll- & Akzisenverwaltung in der Direktion Antwerpen. Eine Woche später trat ich in die Trompetengruppe der Königlichen Harmonie der Brüderschaft des Finanzpersonal D.A.P. Antwerpen ein, die von Charles Hollants geleitet wurde und in der Fons Versweyveld damals Tuba spielte.

Wenig später wurde Fons Dirigent der Zollharmonie. Fons war nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Dirigent, der es immer schaffte, das Beste aus jedem Musiker herauszuholen und ein sehr schönes Konzertprogramm zusammenzustellen, das vom Publikum geschätzt wurde. Unter der Leitung von Fons gab die Zollharmonie viele schöne Konzerte und Auftritte. Da war die Segelboot-Show auf der Schelde in Anwesenheit des Königspaares, das Fest des Schützenvereins in Schiefbahn (Deutschland) und auch Kirchberg (Österreich), wo er mit einigen Musikern der Harmonie und seiner Familie musizierte – unter anderem mit Rudi, dem heutigen Dirigenten der KHF.

Die Zollharmonie hatte auch eine kleine Tanzkapelle, um bei den gelegentlichen Treffen der verschiedenen Gruppen der Z&A-Rentner für Unterhaltung zu sorgen. Auch diese Kapelle wurde von Fons mit Leib und Seele dirigiert, was besonders von den Rentnern geschätzt wurde.

Ich werde die vielen schönen musikalischen Momente, die ich mit der Zollharmonie unter der Leitung von Fons erlebt habe, nicht vergessen.

José Lantsoght
Fons Versweyveld war zweifellos ein außergewöhnlicher Dirigent. Er strebte immer nach Perfektion. Unter seiner Leitung blühte die Königliche Harmonie der Finanzen auf und erreichte ein außergewöhnliches Niveau, an dem wir uns noch heute erfreuen können.

Es war ein Vergnügen, unter seiner Leitung zu musizieren – nicht nur wegen seines zweifellos großen dirigentischen Talents, sondern auch wegen des schönen, abwechslungsreichen und kontrastreichen Repertoires, das er uns bot. Wie könnten wir etwa das Konzert in Lüttich (1998) vergessen, als er uns nach einigen leichten Werken Puccini und Grétry hören ließ, sehr zur Freude des Publikums ... und der Musiker. Unvergesslich!

Fons war ein anspruchsvoller Dirigent, ein ernster Mann, aber mit einer großen Portion trockenen Humors. Ganz gleich, welche Funktion und welcher Dienstgrad: Kein Musiker entkam seinen manchmal sehr direkten Bemerkungen. Es war daher ratsam, sich bei den Proben einzubringen und diese gut vorzubereiten. Und neben all seinen musikalischen Qualitäten wird er sicherlich als ein wertvoller Mensch in Erinnerung bleiben, als eine Person mit großer Menschlichkeit, als ein Mann, der sich Respekt verschaffte.

Eine weitere Anekdote unterstreicht den besonderen Sinn für Humor von Fons Verweyveld:

Während einer Probe haben wir das Stück, das wir einstudieren, zu Ende gespielt, aber obwohl wir fertig sind, hält unser Dirigent die Arme hoch und starrt an die Decke. Dann gibt er seine Eindrücke wieder: „Aber wie schön war dieser letzte Ton! Es war, als gäbe es nur ein Instrument! Aber alles andere war schlecht. LASST ES UNS WIEDERHOLEN!“ Und wir haben wieder von vorn angefangen.

Darin war er unübertroffen.

Lucien Haudestaine
In den frühen achtziger Jahren wurde Fons Versweyveld Dirigent der Antwerpener Zollharmonie. Ende der neunziger Jahre war er einer der Gründungsväter der heutigen Königlichen Harmonie der Finanzen, die er bis Ende 2000 dirigierte.

Schon bei der ersten Probe wusste man, was er erwartete, offen und souverän in seiner Kommunikation, meist mit einer unerwarteten Prise Humor gewürzt. Nach der Probe oder dem Konzert war er immer bereit für einen Plausch oder eine kritische Bemerkung, wenn es nicht wie erwartet verlaufen war. Während einer Aufführung verlangte er vom Orchester die nötige Disziplin, ein geordnetes und einheitliches Auftreten – das erste Werk wurde immer mit Käppi gespielt, danach wurde das Publikum begrüßt – und er hatte die Gabe, aus jedem Musiker das Beste herauszuholen.

Fons war ein langes musikalisches Leben vergönnt und er war stolz auf die Musikalität seiner Kinder und Enkelkinder. So lange es ihm möglich war, war er stets bei unseren Auftritten im OPF Dennenburg, AMUZ oder anderswo dabei.

Ich bin glücklich und vor allem stolz, dass ich mit diesem außergewöhnlichen Mann zusammenarbeiten durfte.

Katrien De Smet
Sekretärin KHF
In Gedenken an Fons Versweyveld - Ehemaliger Dirigent der Königlichen Harmonie der Finanzen

11. August 1929 – 18. Dezember 2020
Von Fons Versweyveld hörte ich zum ersten Mal 1987 von Jan Hellinx, dem ehemaligen Chefredakteur von De Schakel und Vorstandsmitglied des Nationalen Museums der Zölle und Akzisen. Ich war damals ein junger Zoll- und Akziseneinnehmer in Bohan-sur-Semois an der französischen Grenze. Jan blieb ein paar Tage bei mir, um für das Z&A-Museum historische Nachforschungen über die Grenzsteine in dieser Gegend anzustellen. Ich weiß nicht warum, aber Jan wusste, dass ich Musiker und Dirigent war. Er bot mir an, nach Antwerpen zu kommen, um ein Konzert der Königliche Harmonie der Brüderschaft des Finanzpersonal D.A.P. Antwerpen zu dirigieren und erklärte, dass er mit Alfons Versweyveld, dem Dirigenten, bereits alles arrangiert habe. Leider musste ich die Einladung ablehnen, da ich bereits einen anderen Termin für diesen Tag vereinbart hatte.

Die Jahre vergingen und ich arbeitete inzwischen im regionalen Prüfungszentrum des Garocentre in La Louvière. Eines Tages im Jahr 1996 kam ein Kollege der motorisierten Brigade von Soignies vorbei, um Waren zu hinterlegen, die bei einer Straßenkontrolle beschlagnahmt worden waren. Es war der kürzlich verstorbene Henri Andry. Nach Erledigung der Formalitäten erzählte er mir, dass er Klarinette spiele und jeden Donnerstag in Kapellen unter der Leitung von Fons Versweyveld musiziere. Ich weiß auch nicht warum, aber Henri wusste, dass ich Klarinette spielte und Dirigent war.

Ein paar Wochen später kam Henri wieder in mein Büro und erzählte mir, dass er mit dem Leiter, Fons, über mich gesprochen habe. Fons sei einverstanden, dass ich in das Klarinettenensemble komme, und ich würde in Kapellen erwartet.
Dann ging alles sehr schnell. Die administrativen Formalitäten wurden erledigt und ich wurde am folgenden Donnerstag von Fons in Kapellen begrüßt. Die Proben fanden im großen Saal des Restaurants statt.

Was mir an Fons sofort auffiel, war seine außergewöhnliche Freundlichkeit, seine tiefe Menschlichkeit und seine natürliche Autorität. Nicht umsonst war er lange Zeit Zollleutnant. Diese Aufgabe war wie geschaffen für ihn.
Musikalisch und aus Erfahrung erkenne ich leicht alle Qualitäten, die einen guten Dirigenten ausmachen: psychologisches Verständnis, Wertschätzung und Respekt für die Musiker, kombiniert mit Strenge, Analyse und Liebe zum Detail bei der Arbeit mit und der Interpretation von musikalischen Werken. Er stellte alle Musiker auf eine Stufe, unabhängig von ihren Fähigkeiten und musikalischen Qualitäten. Jeder musste dem Orchester zu Diensten sein. Er begann seine Proben stets mit dem berühmten Choral Deep Harmony von Händel Parker, einem viel gespielten Stück aus der Welt der Brassbands. Dieses Werk verlangt keine Instrumentaltechnik, aber in Bezug auf Atmung, Tonalität und Klangfarbe ist es erschreckend anspruchsvoll. Das wusste Fons wie kein anderer. Manchmal spielten einige – aus Begeisterung – von Anfang an zu laut. Dann sprach er die folgenden Sätze, die später legendär wurden: „Musiker, bitte ... Bitte macht Musik, es ist zu laut!!!“

Unter der Leitung von Fons konnte die Harmonie schon bald gute Referenzen aufweisen und hatte eine schöne Zeit. Die KHF wurde als VoG gegründet und ist offen für alle musikalischen Mitarbeiter des FÖD Finanzen. Die Zahl der Musiker stieg auf über siebzig. Die Harmonie erhielt die volle Unterstützung des Generalsekretärs des FÖD Finanzen und konnte auf eine beträchtliche Unterstützung durch den Sozialdienst und die Nationallotterie zählen. In kürzester Zeit erhielt sie nicht nur nationale, sondern auch internationale Anerkennung.

In dem Bewusstsein, dass er älter wurde und es an der Zeit war, den Taktstock abzugeben, übergab Fons seine Aufgabe als Dirigent während eines denkwürdigen Konzerts an Wim Sas.
Heute dirigiert sein Sohn Rudi Versweyveld das Orchester, immer noch mit dem gleichen Können, der gleichen Kompetenz und Professionalität.

Als Tribut und in Erinnerung an seinen Vater hoffe ich, dass wir, wenn die Corona-Maßnahmen es zulassen, die Probe nicht mit einer Schweigeminute beginnen, sondern mit einer lebendigen Interpretation von ... Deep Harmony.

Pierre Ernoux

Fons Versweyveld und seine liebe Frau Maria

Kurz vor Weihnachten erhielt ich eine Nachricht von Rudi Versweyveld, in der er uns mitteilte, dass sein Vater Fons am 18. Dezember 2020 im Alter von 91 Jahren im WZC Sint-Barbara in Herselt verstorben sei.

Nur wenige Monate zuvor, am 9. April, hatte Fons seine liebe Frau Maria Van Donink verloren.

 

Seine ersten Zollaktivitäten erfolgten an der Grenze in As (Limburg). Von dort ging es direkt nach Antwerpen, wo er zunächst als Zollbeamter in der Ford-Fabrik arbeitete. Später war er auch lange Zeit bei der Kontrolle 142 tätig, wo er seine Karriere als Leutnant beendete.

 

Ich kannte Fons schon seit einiger Zeit als Dirigenten der Königlichen Harmonie, hatte aber erst 2001 die Gelegenheit, ihn persönlich zu treffen. Er versprach, bei einem Interview für De Schakel mitzuwirken, weil er vorhatte, seinen Dirigentenstab an jemand Jüngeren zu übergeben. Dieser Jemand war Wim Sas. Während dieses Gesprächs lernte ich einen besonderen Mann kennen: einen warmherzigen und sympathischen Menschen, der mit einem wunderbaren musikalischen Talent gesegnet war. Fons hatte eine Leidenschaft, die dank seiner Tatkraft viele Menschen glücklich machte.

 

Schade, dass wir nun Abschied nehmen müssen. Aber er hat uns viele schöne Erinnerungen hinterlassen, aus denen wir Trost schöpfen können. Danke, Fons.

 

Für De Schakel

Anne Van Puymbroeck

 

Bilder: Rudi Versweyveld - Uberzetzung: mit Dank an den Ubersetzungsdienst,  Andy Peiffer und Christophe Borgers